27.05.2009
Massive Flugausfälle und Verspätungen wegen Streiks
Stuttgart (dpa) - Ein Warnstreik von Fluglotsen hat in Stuttgart zu vielen Flugausfällen und stundenlangen Verspätungen geführt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung ließ am Montag stundenlang nur die Abwicklung von elf Maschinen pro Stunde zu.Verspätungen nach Fluglotsen-Streik in Stuttgart Bild vergrößernDas teilten der Flughafen und die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit. Normalerweise wickelt das Flughafenpersonal bis zu 44 Flüge pro Stunde ab. Trotz des Nachtflugverbots dürften nach Flughafenangaben einzelne Landungen nach 24 Uhr genehmigt werden. Die Proteste sollten am Dienstag zunächst nicht fortgesetzt werden.Der Warnstreik im Tower hatte um 6 Uhr begonnen und sollte bis 22 Uhr dauern. Er soll die Forderungen der Vorfeldlotsen untermauern, die für den Verkehr der Flugzeuge am Boden zuständig sind. Sie fordern in dem Tarifkonflikt geregelte Arbeitszeiten und 30 Prozent mehr Geld, wie die Gewerkschaft mitteilte.Bis zum Nachmittag waren nach Flughafenangaben 38 Flüge von und nach Stuttgart ausgefallen. Tausende Passagiere waren außerdem von Verspätungen betroffen, vor allem am Vormittag flog kaum eine Maschine planmäßig ab. Viele Urlauber auf dem Weg in die Pfingstferien mussten mehr als vier Stunden warten. Bis 15 Uhr waren bereits 144 Flüge verspätet gestartet und gelandet.Durch die Ausfälle bildeten sich vor den Ticketschaltern des Flughafens lange Schlangen. Viele Reisende stiegen auf die Bahn um oder wurden umgebucht. Die Gewerkschaft der Flugsicherung ist durch eine Notdienstvereinbarung verpflichtet, mindestens 25 Prozent des regulären Flugverkehrs abzuwickeln.Die Gewerkschaft hatte weitere Arbeitsniederlegungen angekündigt, nannte aber bisher keinen konkreten Zeitraum. Für diesen Dienstag wurden keine Proteste erwartet, weil Streiks 24 Stunden vorher angekündigt werden müssen. Das sei aber am Montag nicht erfolgt, sagte ein Sprecher der Flugsicherung.Die DFS in Langen (Hessen) kritisierte das Verhalten der Gewerkschaft in einer Mitteilung als unverhältnismäßig: «Wegen einer Gehaltserhöhung für zehn Flughafenmitarbeiter wird praktisch ein ganzer Flughafen lahmgelegt und Tausende von Passagieren haben das Nachsehen.»www.stuttgart-airport.com
Kita-Streiks werden auf den Osten ausgeweitet
Berlin/Frankfurt (dpa) - Die Streiks in Kindertagesstätten werden an diesem Dienstag fortgesetzt und auf Ostdeutschland ausgedehnt.Kita-Streit: Ver.di fordert Signal der Arbeitgeber Bild vergrößernVer.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) riefen Erzieherinnen und Sozialarbeiter in mehreren Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen auf. Schwerpunkte der Streiks bis Donnerstag sind nach Angaben der GEW erneut Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern sowie erstmals Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Hamburg soll es Warnstreiks geben.Mit den Aktionen wollen die Gewerkschaften vor den Verhandlungen mit den Arbeitgebern am Mittwoch den Druck erhöhen. Sie verlangen für die rund 220 000 Beschäftigten in kommunalen Kitas und Jugendämtern mehr Geld und einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz.
Insolvenzen bei GM und Chrysler - Ein Vergleich
New York (dpa) - Im Überlebenskampf der Opel-Mutter General Motors (GM) deutet alles auf eine Insolvenz als letzten Rettungsweg hin. Auch US-Wettbewerber Chrysler versucht dies seit Anfang Mai und gilt daher als eine Art Testlauf - doch bei GM ist vieles anders:Bild vergrößernAktienpreise beiAktienpreiseStock pricesName Letzte KursYAHOONEWSGLOBALS.financeQuotesURL = 'http://de.api.news.yahoo.com/modules/common/finance_quotes_json.php?tickers=a%3A3%3A%7Bi%3A0%3Bs%3A6%3A%22DAI.DE%22%3Bi%3A1%3Bs%3A4%3A%22F.MI%22%3Bi%3A2%3Bs%3A2%3A%22GM%22%3B%7D&_rnd=RABKDrNwwjeZ&_ts=1243415944&_sig=KYTeI6VIZewJ1Gx0G6kr8mM.xjA-';GM ist weit größer - in vieler Hinsicht um den Faktor vier.Der führende US-Autobauer GM hat mehr als viermal so viele Mitarbeiter (235 000) wie Chrysler. GM verkaufte 2008 mehr als viermal so viele Autos (8,35 Millionen) wie der Rivale und hat noch rund ein Dutzend Marken im Konzern im Vergleich zu drei bei Chrysler.GM ist viel internationaler - vor allem mit Opel.Das macht eine ohnehin rechtlich meist komplizierte Insolvenz zu einem in dieser Art multinationalen Präzedenzfall. Experten streiten bereits ausgiebig über die möglichen Auswirkungen auf Opel und andere Töchter.GM hat viel mehr ökonomisches Gewicht - mit weltweiten Folgen.Das Risiko für US-Präsident Barack Obama und die Bundesregierung in Berlin ist enorm. Ein gescheitertes Insolvenzverfahren mit einem endgültigen Aus für GM und womöglich sogar auch Opel würde über die Hersteller hinaus Millionen von Jobs weltweit gefährden.GM hat viel mehr Gläubiger - insgesamt mehrere Zehntausend.Ihre Forderungen: 27 Milliarden Dollar, bei Chrysler sind es knapp 7 Milliarden Dollar. Anders als bei Chrysler mit nur gut 40 Banken und Hedge-Fonds als wichtigsten Gläubigern sind viele GM-Anleihen unter Kleinanlegern breitgestreut. Das macht einen Schulden-Kompromiss weit schwieriger.GM ist börsennotiert - und hat extrem frustrierte Aktionäre.Ihnen droht die Totalentwertung ihrer steil abgestürzten Papiere. Wer nicht längst verkauft hat, ist Spekulant und ein unberechenbarer Gegner, etwa durch Klagen. Zudem gibt es viele Wertpapiere als Versicherung gegen eine GM-Pleite. Deren Besitzer stehen bei einem GM-Untergang womöglich besser da als bei einer Teilrückzahlung der Schulden.GM muss in Amerika allein durch die Krise - ohne Allianzpartner.Chrysler will sich mit Hilfe von Fiat retten. Auch GM sucht im internationalen Geschäft Käufer und Partner, etwa für Opel. Doch in den USA muss es der einst weltgrößte Autobauer alleine richten.
Hisbollah weist Bericht über Verwicklung in Hariri-Attentat zurück
Beirut (AP) Die militante Hisbollah-Organisation imhat einen «Spiegel»-Bericht über eine Verwicklung in das Attentat auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri zurückgewiesen. Der Bericht sei eine «Erfindung» und solle nur davon ablenken, dass vor kurzem mehr als ein Dutzend Menschen unter dem Verdacht festgenommen worden seien, die Hisbollah fürausspioniert zu haben, erklärte die «Partei Gottes» am Sonntag. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte am Wochenende unter Berufung auf das Haager Sondertribunal zur Aufklärung des Mordes von einer überraschenden Wende bei den Ermittlungen berichtet. Demnach «waren es nicht Syrer, sondern Sondereinsatzkräfte der Hisbollah, die den Anschlag geplant und durchgeführt haben». Das Magazin beruft sich auf Erkenntnisse aus dem Umkreis des Tribunals und Einsicht in interne Papiere. Tribunal-Chef Daniel Bellemare und seine Richter wollten diese Erkenntnisse, die ihnen seit etwa einem Monat bekannt seien, offensichtlich zurückhalten, heißt es in dem Bericht weiter.Das Tribunal hatte Anfang März seine Arbeit aufgenommen. Eine Anklage wegen des Attentats auf Hariri am 14. Februar 2005 ist noch nicht erhoben worden. Bei dem Anschlag wurden außer Hariri 22 weitere Personen getötet. Wegen des Attentats befinden sich derzeit vier prosyrische libanesische Generäle in Gewahrsam.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
119 Tote bei Luftangriff auf Schmugglerkonvois im Sudan
Khartum (AP) Beizugeschriebenen Luftangriffen auf Schmugglerkonvois imsind nach Angaben der Regierung in Khartum Anfang des Jahres 119 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um 56 Schmuggler und 63 Flüchtlinge unter anderem aus Somalia und Äthiopien, erklärte Verteidigungsminister Abdul Rahim Hussein am Montgabend vor dem Parlament. Die sudanesische Regierung nannte damit erstmals seit den Angriffen im Januar und Februar eine konkrete Opferzahl.Medienberichten zufolge richteten sich die Angriffe im Nordwesten des Landes gegen Waffentransporte für die radikalislamischeim Gazastreifen. Die Behörden hatten dazu bislang lediglich erklärt, sie vermuteten die israelische Luftwaffe hinter den Angriffen.Die Regierung in Jerusalem hat entsprechende Berichte nicht zurückgewiesen. Der damalige Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, Israel schlage überall zu, wo es Terroristen und ihre Infrastruktur treffen könne. Israel betrachtet den Sudan als wichtigen Nachschubpunkt für den Waffenschmuggel in den Gazastreifen. Die Regierung in Khartum, ein enger Verbündeter des Irans und der Hamas, hat Vorwürfe zurückgewiesen, die radikalislamische Organisation mit Waffen zu versorgen.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

